Klopf, Klopf! Was ist? Machst Du nicht auf?

Klopf, klopf!

Was ist? Machst Du nicht auf?

Klopf, klopf!

Oh je!
Es ist wieder mal Dein Leben.
Steht wie ein kleines Kind an der Tür.
Versucht ein weiteres Mal, Dich abzuholen.
Was nun?

Still! Ja, still!
Jetzt lieber nicht bewegen!
Weht nicht einmal ein leiser Wind in Dir?
Verfluchst Du Dich? Ein weiteres Mal, verstohlen?
Was wirst Du tun?

Klopf, klopf!

Öffnest Du, gehst über die Schwelle hinaus?
Du bist nicht mehr sicher, wohin es Dich führt.
Vielleicht geht es Dir ein wenig zu weit!
Dein Leben, Dein eigenes Leben!

Möglich ist, dass Du Dir selber vertraust.
Es hat Dich ja bisher und hier hergeführt.
Ein leichter Spaziergang, ein Weg nur zu zweit,
kein Streben, kein Bleiben, kein Kleben.

Klopf, klopf!

Jetzt, bloß nicht husten, bloß nicht niesen!
Da ruft es nach Dir, Dein kleines Leben:

„Ein kleiner Rundgang! Nur wir zwei! Ganz fest versprochen!
Nur einmal kurz umsehen, im Hellen, im Glück!
Ist angst und ist bang´ Dir, wird gleich abgebrochen.
und ich bring Dich auf der Stelle zurück,

dorthin, wo Du jetzt auch stehst
und Du kannst wieder schließen!“

Klopf, klopf!

Was ist? Machst Du nicht auf?

© Reimund Vers

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Lexikon der Synonyme

(Innerer Dialog 7.521)

Du?

Hm?

Du, sag mal, was sind eigentlich Synonyme?

Sinnverwandte Wörter, steht im Lexikon.

Und welches, bitte, gibt´ s für „Düne“?  Im Lexikon steht nix davon!

Ach, was ist damit schon sinnverwandt?
Was braucht es da ein andres Wort?
Es handelt sich doch nur um Sand,
um ganz viel Sand an einem Ort.

Du?

Hm?

Du, sag mal, es muss doch immer ein Wort geben, das ein anderes erklärt. Wie zum Beispiel das Wort „Beben“, was, wie man erfährt, auch „Erdbeben“ bedeuten kann.

Komisch…

Was?

Von „Seebeben“ haben sie nichts geschrieben.

Oh, mich
machst Du wirklich irre, Mann!
Meinst Du, beim Seebeben bleibt die Erde ruhig liegen!?

Na gut.
Dann müsste bei „Düne“ aber auch etwas stehen.
Das Synonym kann „Sanddüne“ sein.

Ach? Und dann
wär´ alles gut?

N… nein…
…„Wanderdüne“, würde  dann auch gehen.

Ah! Wut!
Los, schlag schnell nach! Was steht bei Mord oder Leiche?
Du kannst einem im Kopf die Gedanken verdrehen!

Wieso denn? Denk nach! Das ist bei beidem das Gleiche! Die Dünen sind halt immer aus Sand und was da bebt ist immer die Erde!

Und was für ein Wort ist mit „Mord“ sinnverwandt?
Du bist bald schuld, wenn ich wahnsinnig werde!

Warte. Ich hab´ s gleich, ich les´ es hieraus:
„Tötung, Vernichtung, Totschlag und Bluttat“

So nimm´ diesen Streich und such´ Dir was aus!
Ich glaube, dass diese Verrichtung mir gut tat.

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© Reimund Vers

ich will sein

ruhig will ich sein, doch nicht verschlossen,
geruhsam möcht´ ich werden, doch nicht faul,
vertrauensvoll bin ich immer wieder, doch nicht gutgläubig,
geduldig will ich sein, doch nicht blind,
hilfreich will ich sein, doch nicht dumm,
flexibel will ich bleiben, doch nicht sprunghaft,
verständnisvoll will ich sein, doch nicht inkonsequent,
konsequent will ich sein, doch nicht stur,
fordernd möcht´ ich werden, doch nicht gierig,
anspruchsvoll bin ich, doch nicht elitär,
gebildet möcht´ ich sein, doch nicht oberschlau,
selbstsicher will ich sein, doch nicht selbstherrlich,
gefühlvoll bin ich, doch nicht sentimental,
großherzig will ich sein, doch nicht einnehmend,
frei will ich bleiben, doch nicht einsam sein,
verliebt will ich sein, doch nicht selbstvergessen,
so großzügig wie möglich, doch nicht selbstvergessen,
aufgeschlossen will ich bleiben, doch nicht naiv,
gewitzt bin ich gern, doch nicht verletzend,
humorvoll möcht´ ich bleiben, doch nicht albern,
aufmerksam will ich sein, doch nicht neugierig,
gesund will ich sein, doch nicht unsterblich

© Reimund Vers

Innerer Dialog 5.673

Immer, wenn ich meine, dass ich gerade ganz toll reime,

kommt irgend so ein Vers daher,…
Da! Da! Der! Ja, so wie der!
…der nicht mehr in den Rhythmus passt
und der, (obwohl der Gag jetzt echt so gut wär‘)
mir allen Spaß verdirbt und mehr… Weißt Du, wie ich meine?

Wer‘ s liest, kann sich kein‘ Reim drauf machen
Und fragt sich stumm und fragt sich still,
„Was der wohl will? Bin ich jetzt dumm?“
(Was soll er and‘ res machen?)
Fragt „Will er etwas sagen? Sag, will er uns was fragen?
Oder will er sich beklagen? Oder will er sich nur schlagen?“

Sich schlagen? Ne, ne, das
sagt man doch nur so, oder nich?
„Reim Dich oder ich schlag Dich!“
Du kennst doch das. Es ist nur Spaß, he, he…

Ich? Ich schlag mich ja bloß mit den Versen herum,
und, ey:
„Dichte nicht, wenns Du‘ s nicht woaßt warum!“,
hört man die alten Dichter mahnen.
Ach, denk ich, warum soll es mich
vorm Henker ohne Richter warnen?

Also. Wohl an!
Frisch gewagt, ist halb gewonnen!
Dann leg‘ mal los! Ich zeig‘ mich dafür auch erkenntlich.

Und? was ist los?

Was, ich? Ach, so!
Oh, Mann! Des Dichters Frische ist zerronnen!

Was?

Tja. So sinnentleert will er nicht schreiben, greint er.
Er will auch nicht hier sitzen bleiben, weint er,
und sich den Blödsinn weiter anhör‘ n.

Ja, das ist auch verständlich.
Doch war es nicht schon gut begonnen?
War nicht schon Schönes mit dabei?
Wird‘ s uns nicht sinnlich weiter heiter antörn’n?

Nein.
Nein, nein, nein und nochmals nein!
Das Pferd war totgeritten.
Warum den Reiter weiter loben?
Es stand schon weiter oben:
der Rhythmus war vernichtet
Der Dichter hat sich nicht verritten, nein!
Er hat sich schlicht verdichtet.

© Reimund Vers