So oft hast Du mich Herz gebrochen

Es klingelt und es schreckt mich sehr.
Ich springe auf und fliege.
Mein Herz, das fliegt mir hinterher,
die lange steile Stiege.

Um Dich ja nicht zu verpassen,
eilen wir die Stufen runter,
mein Herz und ich, und rufen munter:

„Wir werden Dich nicht warten lassen!
Sind sogleich da und öffnen Dir!“

Da steht ein Bote vor der Tür,
der so gar nichts von Dir hatte
und noch nicht mal von Dir wusste.

Mein Herz fällt vor mir auf die Matte
und schreit mich an, wie es mich hasste,
dass ich´s doch schließlich wissen musste,
dass ich Dich lange schon verpasste,
dass dies schon lange sei so wahr,
dass dies so lang schon Wahrheit war:

So oft sag ich, dass was nicht stimmt!
So oft hab ich es Dir erklärt!
So oft hab ich darauf gewettet:
Du setzt bestimmt auf´s falsche Pferd!
So oft hab ich es schon gerochen!
So oft hab ich mich nicht geirrt!
So oft hast Du mich schon versprochen
So oft warst Du total verwirrt!
So oft hast Du mich Herz gebrochen!

Es schreit mein Herz, die Seele weint,
nie wieder sind wir zwei vereint.
Viel lieber bleiben wir entzweit,
weil sonst mein Herz
mir nicht verzeiht.

© Reimund Vers

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Im Nu

Ich kannte einen Augenblick,
den kannte ich nur flüchtig.

Man nannte ihn „Im Nu“, er war
im ganzen Land berüchtigt.

Er war ein kurzer Augenblick,
im Nu war er verschwunden.

Doch hat in diesem Augenblick
stets alles stattgefunden.

© Reimund Vers