Schlimme Zeiten

sind, wenn die Angst als Anstand daherkommt und den Zweifel verbietet;
wenn sich die Trauer bei Dir schon ein Zimmer anmietet
und sich die Hoffnung nicht mehr getraut, nach vorne zu schauen
und sich die Stille im Haus wie ein kalter Schauer anfühlt auf der Haut.

Wenn sich die Gedanken drehen und Dich immer wieder fragen:

„Wie viel Angst darf sein?
Wie viel Zweifel sind erlaubt?
Wie viel Hoffnung darf ich wagen?
Und tritt bald Gewissheit ein?
Was, wenn sie den Verstand mir raubt?
Wie viel kann ich noch ertragen?“

Wie gut!
Du.
So nahe, dass ich Deine Wärme von außen und von innen spür´.
Hab´ Mut!
Bleib´ hier!
Meine Tränen segnen das wohlige Schweigen von Dir.

In Deinen Armen kann ich atmen wie Du
und am liebsten würde ich sagen:

„So viel Angst darf‘ s bei Dir sein,
so viele Zweifel hast auch Du!
So viel Hoffnung willst du wagen!
Dann tritt bald Gewissheit ein
und der Verstand hat endlich Ruh´.
So viel kann ich durch Dich ertragen!“

Schlimme Zeiten,

sind, wenn die Angst als Anstand daherkommt und den Zweifel verbietet;
wenn sich die Trauer bei Dir schon ein Zimmer anmietet
und sich die Hoffnung nicht mehr getraut, nach vorne zu schauen
und sich die Stille im Haus wie ein kalter Schauer anfühlt auf der Haut.

Wie gut!
Du.
So nahe, dass ich Deine Wärme von außen und von innen spür´.
Hab´ Mut!
Bleib´ hier!
Meine Tränen segnen das wohlige Schweigen von Dir.

Deine Blicke sprechen Bände.
So warm ist Deine sanfte Hand.
Du glaubst, Du hältst bloß meine Hände,
Du hältst mich damit bei Verstand!

© Reimund Vers

Werbeanzeigen

Innerer Dialog 5.673

Immer, wenn ich meine, dass ich gerade ganz toll reime,

kommt irgend so ein Vers daher,…
Da! Da! Der! Ja, so wie der!
…der nicht mehr in den Rhythmus passt
und der, (obwohl der Gag jetzt echt so gut wär‘)
mir allen Spaß verdirbt und mehr… Weißt Du, wie ich meine?

Wer‘ s liest, kann sich kein‘ Reim drauf machen
Und fragt sich stumm und fragt sich still,
„Was der wohl will? Bin ich jetzt dumm?“
(Was soll er and‘ res machen?)
Fragt „Will er etwas sagen? Sag, will er uns was fragen?
Oder will er sich beklagen? Oder will er sich nur schlagen?“

Sich schlagen? Ne, ne, das
sagt man doch nur so, oder nich?
„Reim Dich oder ich schlag Dich!“
Du kennst doch das. Es ist nur Spaß, he, he…

Ich? Ich schlag mich ja bloß mit den Versen herum,
und, ey:
„Dichte nicht, wenns Du‘ s nicht woaßt warum!“,
hört man die alten Dichter mahnen.
Ach, denk ich, warum soll es mich
vorm Henker ohne Richter warnen?

Also. Wohl an!
Frisch gewagt, ist halb gewonnen!
Dann leg‘ mal los! Ich zeig‘ mich dafür auch erkenntlich.

Und? was ist los?

Was, ich? Ach, so!
Oh, Mann! Des Dichters Frische ist zerronnen!

Was?

Tja. So sinnentleert will er nicht schreiben, greint er.
Er will auch nicht hier sitzen bleiben, weint er,
und sich den Blödsinn weiter anhör‘ n.

Ja, das ist auch verständlich.
Doch war es nicht schon gut begonnen?
War nicht schon Schönes mit dabei?
Wird‘ s uns nicht sinnlich weiter heiter antörn’n?

Nein.
Nein, nein, nein und nochmals nein!
Das Pferd war totgeritten.
Warum den Reiter weiter loben?
Es stand schon weiter oben:
der Rhythmus war vernichtet
Der Dichter hat sich nicht verritten, nein!
Er hat sich schlicht verdichtet.

© Reimund Vers