Dramaturgie einer Beziehung

Du wolltest mich,
ja, ja, das wolltest Du!

Beziehungsweise,

ich wollte Dich,
ja, ja das wollte ich, Du!

Beziehungsweise,

dein wundervolles Ich
wollte mein wundervolles Ich.

Beziehungsweise,

mein wundervolles Ich
wollte dein wundervolles Ich.

Ei, dann trafen sich
zwei ganz andere ich!
Ein ich,
das sich für Dich hält,
und eins,
das sich für mich hält.

Sie stritten sich, die anderen Ich,
beziehungsweise Egos.
Sie stritten sich ganz fürchterlich,
bewarfen sich mit Legos.
Darüber, was ja gar nicht geht.
Wie´s offensichtlich besser wär.
Wer augenblicklich nichts versteht,
Wer wann in wessen Suppe spuckt.
Wer dümmer wär,
wer schlauer guckt.
Wo wäre man,
wo käm´ man hin,
wenn keiner mehr zur Suppe ging?
Was wäre, wenn es anders wär?

So stritten sie von früh bis spät,
ob gar nichts muss, ob alles geht
und fanden gar keine Ende mehr.

Und eigentlich haben, wolltest Du mich,
beziehungsweise
und eigentlich haben, wollte ich Dich.

Doch unsere Egos, die sahen nur sich
beziehungsweise
was sie für sich gehalten haben.

Und was wir zum Schluss bekamen,
waren haufenweise Stuss und Dramen.

© Reimund Vers

 

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