Der Stamm – The Trunk

Ständig Wasser und Licht
in Weisheit und Wachstum verwandelnd,
strebe ich kraftvoll ihren Quellen entgegen.
So diene ich treu dem Himmel und der Erde.
Immer höher kommend,
immer tiefer gehend.

Constantly transforming water and light into wisdom and growth,
I powerfully aspire to their sources.
So I serve faithfully to heaven and earth.
Getting higher and higher,
going deeper and deeper.

Bald sichtbare Orientierung.
Bald Stütze und Schutz
Unter baumstarken Ästen, weitverzweigten Zweigen und
unzähligen Blättern liegt ein schattiges, trockenes Plätzchen.

Soon visible orientation.
Soon rest and protection.
Under tree-thick, widely branched branches
with countless leaves lies a shady, dry small space

Angenehm angelehnt, spürst Du
wie ich mich sanft im Sturm des Lebens wiege.
Manchmal erzähle ich Dir Geschichten oder uralte Märchen.
Dann spiele ich wieder mit den Sonnenstrahlen, Regentropfen
und mit den Winden, oder verschenke einfach meine süßesten Früchte.

Leaning on pleasantly, you´ll feel
me gently swaying in the storm of life.
Sometimes I tell you stories and ancient fairy tales.
Then again, I play coy with the sun’s rays, the rain drops
and the winds or simply given away the sweetest fruits.

In der Nacht raschele ich alle in den Schlaf
und kitzele am Morgen jene wach,
die noch nicht mit den Vögeln singen.

At night I’ll rustle
all to sleep and tickle in the morning
those who are not yet singing with the birds.

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Klopf, Klopf! Was ist? Machst Du nicht auf?

Klopf, klopf!

Was ist? Machst Du nicht auf?

Klopf, klopf!

Oh je!
Es ist wieder mal Dein Leben.
Steht wie ein kleines Kind an der Tür.
Versucht ein weiteres Mal, Dich abzuholen.
Was nun?

Still! Ja, still!
Jetzt lieber nicht bewegen!
Weht nicht einmal ein leiser Wind in Dir?
Verfluchst Du Dich? Ein weiteres Mal, verstohlen?
Was wirst Du tun?

Klopf, klopf!

Öffnest Du, gehst über die Schwelle hinaus?
Du bist nicht mehr sicher, wohin es Dich führt.
Vielleicht geht es Dir ein wenig zu weit!
Dein Leben, Dein eigenes Leben!

Möglich ist, dass Du Dir selber vertraust.
Es hat Dich ja bisher und hier hergeführt.
Ein leichter Spaziergang, ein Weg nur zu zweit,
kein Streben, kein Bleiben, kein Kleben.

Klopf, klopf!

Jetzt, bloß nicht husten, bloß nicht niesen!
Da ruft es nach Dir, Dein kleines Leben:

„Ein kleiner Rundgang! Nur wir zwei! Ganz fest versprochen!
Nur einmal kurz umsehen, im Hellen, im Glück!
Ist angst und ist bang´ Dir, wird gleich abgebrochen.
und ich bring Dich auf der Stelle zurück,

dorthin, wo Du jetzt auch stehst
und Du kannst wieder schließen!“

Klopf, klopf!

Was ist? Machst Du nicht auf?

© Reimund Vers

Mein Dutzend Tode

Manchmal ersaufe ich einfach nur in den Geräuschen,

oder stürze aus dem Loch in der Schale einer Waage,
stürze endlos in eine tiefe, viel tiefere Stille hinein.

Manchmal glaube ich,  mich nur zu täuschen,

oder kürzlich ist es am heller lichten Tage,
dass mich der heitere Himmel glatt erschlägt,

oder schwerste Dunkelheit bricht mir ein Bein,

oder es springt ein Reiter aus dem Mais,
schwingt sein Schwert, hackt mich in zwei Teile
und ich falle zeitgleich in zwei Richtungen,

oder ein Riese verschlingt mich, meist ohne Eile,
und tut, als würde ich eine bittere Pille für ihn sein,

oder manchmal geschieht es auf heißen Lichtungen,
dort ersticke ich an gleißendem Licht,
oder an der Wut über Hunderte erbrochener Gedanken,

ein leerer Raum erwürgt mich schlicht,
drückt mir die Luft heraus mit unsichtbaren Pranken

dann wird mein Herz mir raus gerissen
und von einem Baum gefressen,

oder  manchmal trinken zig Kamele
viel zu viel und viel zu schnell
mein Leben aus.

Und auch das hier musst Du wissen:

Manchmal verschwinde ich ganz einfach
und ganz hell – so, mit einem leisen ZING.

Dazwischen finde ich, ich lebe… grade eben.
Muss ich ja.  Für ein paar Stunden, Tage…
…Wochen, Monate, schon 5 runde Jahre
und winde mich dabei das ganzes Leben
von meiner eigenen Totentragebahre,
hinunter in den Sarg.

Doch niemand merkt,
auch nicht wer mich von Herzen mag,
und niemand stört
sich nur ein kleines Bisschen,
an meinem Leid und
nicht an meinen Schmerzen

und niemand hört
und niemand hört
mein Weinen.

© Reimund Vers

 

Ich verklag Dich (Song)

Dann, dann, dann
dann, dann, dann

Du hörst mir nicht zu und wenn doch,verstehst Du mich nicht.
Du siehst mich nicht an und wenn doch
dann siehst Du mich nicht,

Du riechst auch nicht so,
wie ich das gern will,
Du liebst auch nicht so,
wie ich das gern will.

Ich verklag Dich.
Verstehst Du den Sinn?
Ich verklag Dich.
Du weißt nicht wer ich bin.

Und weil Du so bist,
so klag ich Dich an
und vor Gericht,

ja, da krieg ich Dich dran.

Dann, dann, dann

dann, dann, dann

Ich hör auch nicht mehr
was ich gern von Dir hör.
Du schwörst auch nicht mehr,
was ich sonst von Dir hör.
Auch Deine Taten sind
nicht mehr die alten.
Ich fühl mich verraten,

will Dich nicht mehr halten.

Ich verklag Dich.
Verstehst Du den Sinn?
Ich verklag Dich.

Du weißt nicht wer ich bin.

Und weil Du so bist,
so klag ich Dich an
und vor Gericht,

ja, da krieg ich Dich dran.

Dann, dann, dann

dann, dann, dann

Du sprichst über mich,
als wüsstest Du nicht,
was ich Dir bedeute,

zumindest bis heute.

Und weil Du so bist,
so klag ich Dich an
und vor Gericht,

ja, da krieg ich Dich dran.

Dann, Dann, Dann

Dann, dann, dann

Dann wirst Du verurteilt und dann
musst Du mir zuhören,
musst Du mir das schwören,
musst mich richtig sehen.

mich richtig verstehen.

Ich verklag Dich.
Verstehst Du den Sinn?
Ich verklag Dich.
Du weißt nicht wer ich bin.

Und weil Du so bist,
so klag ich Dich an
und vor Gericht,
ja, da krieg ich Dich dran.

Dann, dann, dann

dann, dann, dann

© Reimund Vers

Das Wort zum Sonntag

Eigentlich sollte schon jeder schlaue Gedanke bereits gedacht, tausendfach niedergeschrieben und millionenfach weitergegeben worden sein. Dennoch erschrickt man beinahe vor der Aktualität uralter Zitate.

Schönes Wochenende
Reimund Vers

Garantien

Wer vom Leben Garantien fordert, dem schenkt es Überraschungen.

© Reimund Vers