bilden Sie mal einen Satz mit: autogenes Training

Gernhardtsche Übung für angehende Dichter:

Bilden Sie mal einen Satz mit…   heute: autogenes Training

„Das Training mit den Autogenen
ist schon ganz schön schlau von denen.
Man braucht dazu – das wusst´ ich nie –
sowas wie Gähntechnologie!“

© Reimund Vers

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Mehr als tausend Worte

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte,
mehr als tausend Worte sagt ein Bild.
Tausend Bilder siehst Du, mal tausend Orte,
Millionen Worte also, wenn man so will.

Ein Dichter,
wer in diesen Massen die schönen Worte sehen kann.
Ein Poet,
wer es versteht, sie in das echte Licht zu passen.
Ein Lyriker,
weiß sie in Sätze zu verfassen und passt den rechten Rhythmus an.
(…indem er Sätze so lang windet, bis sich das beste Versmaß findet.)

Ein Künstler,
wer die Dreiheit eint und sich nicht schert,
wer wann was meint
in dieser Welt
und wer sich an die Arbeit macht,
wer mühsam schreibt bis in die Nacht,
bis ihm sein eignes Werk gefällt.
Egal, ob es sich reimt.

Und so werden sie, die Bilder,
vielleicht zu Poesie.
Die Bilder werden Worte.
Die Wort werden Verse
Die Verse machen Bilder
in Deiner Phantasie.

Und das, Herr Richter, ist er
das ist der große, bloße Unterschied
vom Dichter und vom Verseschmied

© Reimund Vers

BtmG-Verstoß

Was treibst Du da im Internet?

Was treibst Du dort?

Du treibst; treibst ab.

 

Wie oft hast Du schon versucht, Dich so abzulenken?

Zum Beispiel auch mit Deinen endlosen Diskussionen über Gott und die Welt?

 

Ja, ja, klar! Du hast andere Junkies getroffen, die genau das brauchten und suchten. Ihr habt so manche Nacht durch gequatscht und ward besoffener noch von Eurem Gerede als vom vielen Wein.

 

Einhundert dreiunddreißig Kanäle, allesamt so dünn, dass es reicht, nach fünf Minuten zappen wieder bei eins zu sein. Und das geht Stunden. Das gibt dem Chaos in Deinem Kopf nur noch zusätzliche Bilder. Und das Ganze hypnotisiert Dich. Wenn Du Dich so sehen könntest, Alter!  Du hieltest Dich selbst für einen Zombie, der dem C-Movie vom einhundertdreiunddreißigsten Kanal entsprungen ist.

 

Über 12 Stunden am Tag arbeiten? Du tätest das doch wohl auch völlig ohne Gage. Dir bräuchte man doch nur das Gefühl geben, Du seist unersetzlich. Geschieht das nicht, findest Du, dass sie Dich zu schlecht bezahlen für all´ die Plackerei.

 

Doch egal. Du betäubst Dich ungemein. Zwei Magazine in der Woche, Fernsehen, Radio, Wirtschaftspornos, Info-Mails und Sachbücher. Das alles läuft bei Dir unter „lebenslanges Lernen“, nicht wahr? Noch eine Weiterbildung gefällig? Noch ein Seminar? Eine Initiative vielleicht? Oder wie wäre es mit dem Vorsitz in einem Charity-Club?

 

Das alles adelt Dich nicht, mein Lieber, es betäubt Dich! Du bist ein Junkie. Wenn nicht die Drogen gegen das Gesetz verstießen, sondern die Intensität der Betäubung, Du hättest schon 20 Jahre abzusitzen. Anders herum wäre Dosis Sedativa, die Du benötigst, um Dich damit der Art zu betäuben, garantiert tödlich.

 

Wach auf, Junkie!

Heute: Geknicktes mit Beilagensalat

(Innere Dialog 12.698)

Da!

Schnell!

Ein Gericht!

Es will das Licht der Welt erblicken.

 

Doch da kein Papier

noch welches hier

und kein Stift weit

und breit!

 

Ohje! Das Gericht kannste knicken!

 

Was hast Du schon alles gekocht?

Was ist Dir davon noch geblieben?

Was hätte es Dir denn gebracht,

hättest Du es dann doch aufgeschrieben?

 

Und Du hast gedacht, Du tät´ st richtig ticken?

Und hier mein Verdacht: Das Gericht kannste knicken!

© Reimund Vers