Wanderers Ode an den guten Ausgang (das A und O)

Oh, ich geh‘ ein Stück zu Fuß,

da ich ein bisschen grübeln muss.

Oh, ich geh‘ so vor mich hin

da seh‘  ich  gar nicht, wo ich bin.

Oh, der Lärm, den ich noch grad´ vernommen,

annulliert sich rasch, ist schon verschwommen.

So, wie man einschläft und die Stimmen

aus dem Fernseher verschwimmen.

 

Oh, sonst kreisen die Gedanken nur

Da wandern sie. Erholung pur!

 

Oh“, denk´ ich, und gehe weiter.

Auf jeden Schritt folgt gleich ein zweiter.“

Oh, die Gedanken sind zwar schneller,

aber sie werden schon bald heller.

Oh, Schritt für Schritt stellt sich das Sinnen,

auf den gleichen Rhythmus ein.

Oh, ich spüre weder Zeit verrinnen,

als störte es mich, allein zu sein.

 

Oh´ sonst kreisen die Gedanken nur

Da wandern sie. Erholung pur!

 

Oh, ganz egal wohin ich gehe,

allda ich vor die Füße sehe,

seh´ ich nur  Straße und die Linie.

Die Linie? Was für eine Linie?

Oh, jetzt wird mir langsam sonnenklar,

was da der Lärm vorhin wohl war.

Oh, schau nach hinten und erschrecke,

da qualmt und brennt es auf der Strecke.

 

Oh, da sind Lichter, blinkend blau!

Ach, stinkend bildet sich ein Stau!

Oh, nur wenig macht mich das betroffen,

also bin ich doch noch zu besoffen.

Oh, schau´ da vorn! Mach Dir´ n Bild!“

Da! Dort steht ein Ortsausgangsschild!“

Oh, ohne Panik, ruhig und gemach,

da geh´ ich den Gedanken nach.

 

Oh, ich geh‘ ein Stück zu Fuß,

da ich ein bisschen grübeln muss.

Oh, ich geh‘ so vor mich hin

da seh‘  ich  gar nicht, wo ich bin.

Oh, sonst kreisen die Gedanken nur –

da wandern sie. Erholung pur!

© Reimund Vers

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